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Um mal zu sehen, wie das alles funktioniert, wird das Boot mit etwas Elektronik ausgestattet. Obwohl alle Hersteller mit „Kompatibilität“ auf der Basis von NMEA2000 Netzwerken werben, wird es im Detail sicher Probleme geben.
Größere Hersteller von Segelelektronik lassen sich in drei Gruppen einteilen: die absoluten Spezialisten wie NKE, Sailmon, Madintec, A+T usw.. Dann Garmin und Raymarine mit relativ universellen Geräten für Motor- und Segelboote. Zuletzt die Navico group in deren Angebot B&G für Geräte speziell für Segler steht. B&G hatte sich in der Marineelektronik schon früh auf Segelboote spezialisiert und im Zuge diverser Americas Cup Campagnen Geräte (Horatio, Halycon, Hercules in den frühen 70ern) entwickelt und erprobt. Vieles was man heute als selbstverständlich auf den Displays ansieht, wurde von Ingenieuren in diesem Umfeld entwickelt und ging dann in die Gründung diverser Firmen (u.a. Ockham, Graeme Winns Sailmath Deckman) ein.
Bei einem kompletten System landet man – selbst wenn nur in das mittlere Regal gegriffen wird – sofort im fünfstelligen Bereich. In den letzten Jahren gibt es diverse Unternehmen, die versuchen, auf universellen technischen Plattformen (Tablets, Universalplatinen) zu arbeiten und damit ungleich günstigere Geräte herzustellen (u.a. Sailmon, Orca). Ebenso gibt es sehr spannende Opensource Projekte.
B&G
Jeder Hersteller baut sein Systemkonzept anders auf. Ein direkter Vergleich ist daher schwierig. Bei der Entscheidung für B&G war letztlich die Unterstützung beim Segeln ausschlaggebend, die natürlich jeder für sich unterschiedlich definieren wird. Bei B&G bietet die Kombination aus Sailsteer Anzeige und Windplot m.E. schon auf einem kleinen Triton2 Display so viel übersichtliche Information sowohl Upwind wie beim Spisegeln, wie bei keinem anderen Hersteller.

Die Sailsteer-Anzeige hat Sönke Roever ausführlich und hervorragend hier erläutert: https://www.blauwasser.de/navigation/app-sailsteer-bandg
Lot/Logge
Innen/Außen, Bi- /Triducer oder Smart Multisensor, mechanisch oder Ultraschall … Während es bei großen Booten meist mehrere Möglichkeiten gibt, Lot/Logge optimal positioniert einzubauen, ist der Platz beim Kleinstkreuzer erstaunlich beschränkt. Möglichst nahe der Kiellinie, ohne Verwirbelungen und möglichst parallel zur Wasseroberfläche angeströmt erlaubt meistens nur einen Einbau direkt vor dem Kiel. Damit tendiert man entweder zu einem Triducer oder, wenn es preislich möglich ist, gleich zu einem Ultraschallsensor. Letzterer ist für Kleinstkreuzer die teuerste aber im Grunde auch die beste Lösung. Beim Slippen oder Beachen kann er nicht beschädigt werden, alle Sensoren sind an einem Platz und da auch noch Drift/Heel/Roll/Trim mit erfasst werden erhöht sich die Genauigkeit deutlich. Bei größeren Booten sind die Messfehler tatsächlich nicht ganz so problematisch, weil sie sich relativ in einem viel kleineren Bereich abspielen. Alle anderen Varianten bringen Abstriche, sind aber teilweise deutlich günstiger. Der Einbau sollte so neutral wie möglich erfolgen, das heißt genau auf der Mittschiffslinie und möglichst parallel zur Wasserlinie ausgerichtet.
Nach dem Einbau muss kalibriert werden. Das stellte sich als erstaunlich aufwendig heraus und legt die Vermutung nahe, dass viele Instrumentensysteme auf Booten nie eingestellt wurden.
Korrekturwerte/Offsets
Bei einigen Sensoren kann man Korrekturwerte/Offsets direkt am Sensor einstellen (per „Smart“ App, Prozessorbox u.a.). Damit stehen im NMEA Netzwerk direkt korrigierte Messwerte zur Verfügung. Wenn Korrekturwerte/Offsets an Instrumentendisplays oder Plottern eingestellt werden, werden diese über das NMEA verbreitet und müssen dann von den jeweiligen Endgeräten zusammen mit den Messwerten des Sensors verarbeitet werden. Bei NMEA Netzwerken mit Endgeräten verschiedener Hersteller muss man daher schauen, dass die Datensätze korrekt gelesen werden.
Temperatur
Auch hier kann ein Korrekturwert eingestellt werden. Warum bleibt etwas rätselhaft. Wenn der Temperatursensor falsche Zahlen zeigt, müsste er eigentlich kaputt sein. Vielleicht ist die Fertigungstoleranz so groß.
Lot
Um das Lot zu kalibrieren müssen Schwimmlinie, die Unterkante des Sensors und der Tiefgang des Schiffes aufeinander abgestimmt werden.
An Land können mit einem Nivellierlaser die Abstände der drei Werte zueinander genau ausgemessen werden. Damit erhält man für die Loteinstellung wichtige Grundwerte sehr genau. Wenn man eine Winkelmessung zur Achse des Sensors durchführt, kann auch noch eine Abweichung der Tiefenmessung durch eine nicht ganz parallel zur Wasserlinie erfolgte Ausrichtung des Sensors korrigiert werden.
Im Wasser benötigt man festen waagerechten Seegrund, möglichst keine Wellen und eine lange Stange. Damit kann auf die Tiefe unter der Wasserlinie korrigiert werden, indem die Tiefe mit Hilfe der Stange ausgemessen wird. Dabei wird dann auch ein möglicher Winkelfehler korrigiert. Um auf die Tiefe unterm Kiel oder unterhalb des Sensors zu kommen, müsste vorher an Land ausgemessen worden sein, wie deren Abstand zur Wasserlinie ist.
Auch hier zeigt sich wieder, dass beim Kleinkreuzer alles etwas sensibler ist. Der erste naive Kalibrierungsversuch direkt am Liegeplatz hat verglichen mit dem zweiten, bei dem Seegrund, Trim/Pitch kontrolliert und auch einfach etwas genauer gemessen wurde, eine Abweichung von fast 15cm erbracht. Da an Land auch noch ausgemessen wurde, dass die Kielsole real fast 5cm tiefer als in den Papieren ist, letztlich eine Abweichung von 20cm. Für Kleinbootsegler, die gerne auch mal in Kanälen oder Buchten cruisen ein enormer Unterschied.
Heel/Trim
Zur Korrektur des Lagesensors muss das Boot über beide Achsen in die neutrale Lage gebracht und dann die automatische Kalibrierung am Sensor gestartet werden. Der Sensor berechnet dann die Abweichung seiner Messwerte zur neutralen Lage und somit die Korrekturwerte. Das Boot darf sich während der Messung allerdings nicht bewegen. Da dies bei Kleinkreuzern fast unmöglich ist, sollte man mehrere Messungen durchführen und eventuell abweichende Korrekturwerte mitteln und dann manuell eingeben. Für eine unmittelbare manuelle Eingabe von Korrekturwerten ist eine sehr genaue Winkelmessung der Sensorachse zur Bootslage über alle Achsen an Land erforderlich, die ohne professionelles Equipment eigentlich nicht zu schaffen ist.









































Vergessen wurde die komplette Kochertasche, womit sich der Luxus einstellte, die Mahlzeiten auf Terassen in Friesland serviert zu bekommen. Eine kurze Hochsommertour hilft, den Basteleien der letzten Tage etwas Sinn zu geben. Die Hitze war allerdings so, dass die Kurse teilweise danach gewählt wurden, im Schatten der Segel sitzen zu können.

Der Vorbesitzer hat das Boot immer nur mit halb eingestecktem Ruder gefahren. Es hat eine Weile gedauert, bis mir das überhaupt klar wurde. Warum …?! Egal. Nach dem Entfernen der alten Halterung im Ruderbeschlag begann die Phase, die beim Amateurbootsbasteln (vielleicht auch bei den Profis), die meiste Zeit braucht: Suchen, Suchen, Suchen. In dem Fall nach einem Ersatzmaterial für die Klemmvorrichtung: dauerhaft, abriebfest, etwas federnd aber nicht komprimierbar, mit Reibung/Haftung, witterungsbeständig, mit griffigem Profil, zuschneidbar. Die Lösung hier: Schuhsolen. Als Plattenware für wenige Euro beim Schuster um die Ecke. Hält das Ruder aufs erste spielfrei fest.
Amateurbootsbasteln braucht Suchzeit. Auf dem Kleinstkreuzer aber nochmal besonders viel. Denn wo andere einfach eine Badeleiter anschrauben können, braucht es auf dem Kleinstkreuzer diverse Mockups, Maßblätter und Anproben bis ein Modell gefunden ist, dass sich beim Segeln aus dem Wasser ins Boot klappen lässt und dennoch problemlos auch im Wasser schwimmend wieder heruntergeklappt werden kann. Die leicht greifbare Badeleiter für mich sowieso eines der wichtigsten Sicherheitsfeatures, wenn man gern Einhand auf dem Kleinstkreuzer ist.